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Was ist das für ein schöner Predigttext für einen 4. Advent! Denn da sitzen wir hier in dieser Kirche, zwar noch nicht ganz so erschöpft, wie wir uns vielleicht – ich werde das auf alle Fälle tun – am Freitagabend vor den „Kleinen Lord“ im Fernsehen setzen werden, aber doch schon etwas angegriffen von all den Vorbereitungen und Überlegungen vor Weihnachten. Wir gönnen uns diese Pause, die unserer „weihnachtsmäßigen“ Kräfteökonomie guttun soll.
Und dann hören wir diesen Text. Ja, ja, ja! Alles richtig, nichts läuft ins Leere, wir dürfen uns freuen!
Wie gesagt: Ein schöner Text, aber, wie so oft bei Paulus, doch kein ganz einfacher.
Denn Paulus hat Krach mit der Gemeinde in Korinth, die er gegründet hat. Offenbar hat er nicht nur einmal versprochen zu kommen, hat es aber nicht geschafft. Das hat die Menschen in Korinth natürlich tief enttäuscht. Und dann sind auch noch andere Apostelgestalten aufgetaucht, die zwar mehr oder weniger das Gleiche sagen wie Paulus, das aber mit viel mehr Glanz und eindrucksvollerem Auftreten. Pomp and Circumstances hat Paulus aber nicht zu bieten, das wissen wir ja aus den gelegentlichen Selbstbeschreibungen, die er uns liefert. Geringe Gestalt, Stachel im Fleisch (was auch immer das sein mag) – da gibt es nicht viel zu bewundern. Korinth aber ist als bedeutende Hafenstadt Glanz gewohnt, und so sind wohl auch die frühen Christinnen und Christen dort anfällig für Personenkult. Und sie werfen dem, der äußerlich nichts zu bieten hat und der sie auch noch warten lässt, vor, er sei unzuverlässig, mal sage er ja, mal nein, man wisse bei ihm nicht, woran man sich halten könne. Warum sollen wir dann noch auf ihn, auf seine Botschaft hören?, fragen sie sich.
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